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Vergunn

ID: SWS 450CD
Künstler: KAVKA
Komponist:
VÖ Datum: 2016-01-28
Label: SowieSound
Region:
Stil: Bayerisches Liedgut
Typ: CD
Anzahl CDs: 1
Code: 160
Preis: 18,50 EUR   (exkl. MwST.: 15,42)
Info:
MÜNCHEN Anfang-Mitte der Siebziger Jahre. Im goldenen Zeitalter des Pop jagt ein Höhepunkt den anderen. Bayrisches war da noch nicht. Allerdings ..... in München traten irgendwann Menschen auf kleinen Bühnen auf. Sie sangen Dialekt zur Gitarre und waren ganz anders drauf. Großartig! Willy Michl, Fredl Fesl, Mehlprimel-Buam ... usw. hießen die zum Beispiel. Sie spielten im MUH, in der DREHLEIER, im FRAUNHOFER usw. Der Gartenbaustudent aus Weihenstephan war öfter mit dabei. In seiner alten Straubinger Schülerband hatte es kurz auch mal den Hans Jürgen Buchner (Haindling) gegeben. Dann 1976 Beruf, Heirat, Kinder, Bürgerlichkeit und kurzes Ende eines begonnenen Traums.  
Später hatte der REGENSBURGER DOMSPATZ nur noch in renommierten Chören gesungen. Manchmal hört man romantische Einflüsse des erklärten Freundes von Kunstlied und lyrischer Dichtung. Die MITTELBAYERISCHE ZEITUNG REGENSBURG schrieb schon 1975 nach einem Konzert: " ... manche der Lieder verströmen Schubert'sches Flair" (Zit.) Damals wollte er traditionelle Liedformen zu einem mischfarbigen Sound verbinden: bayrische Gstanzl, klassischer Dreigsang, Protestsongs, Blues, Rock, Swing, Kunstlied, Sprechgesang ...usw. Es ist die Suche nach möglichst offenen Formen des musikalischen Geschichtenerzählens. Die Treffsicherheit und die wiederentdeckte Kraft unserer bayerischen Mundart(en) musste die Hauptfarbe sein. Und so dient kavka's Musik heute immer und vor allem ihren hintergründigen Texten. Die Lieder, Balladen und Chansons erzählen Milieugeschichten, öffnen Fenster mit "Aussicht auf Einblicke". Ihre Themen sind "mitten am Rand' drauß" (Zit.), romantisch, kritisch, anklagend auch, verströmen Nachdenkliches, wiegen den Hörer in Betrachtung. Und immer ist dann da etwas, das in seiner Wärme irgendwie weiterklingt.
Er beherrscht die Kraft seines südostbayerischen Voralpen-Dialekts perfekt. Die mitunter deftige Aussprache hat nichts Ordinäres. Vielmehr eröffnen Texte gerade dadurch lyrische Räume, neue und unversehens. Wenn man fragt, sagt er: "Alles erlebt, nix erfunden". Man hört ihm zu und ist sofort drin.
Die CD "VERGUNN", die unter Pseudonym erscheint (Karl von Karlsbach vulgo: kavka), gehört zum Bemerkenswertesten, das in dem Genre veröffentlicht wurde. Große Texte, die einen schwer loslassen, Modulationen und Harmonien, die Musiker verraten, bestechend gespielt und großartig gesungen. Neu-Gruppiertes und Zitiertes aber nie ganz Traditionelles, im Hintergrund viel Präsentes und Erspürbares, alles schwingt irgendwie, um erlebt zu werden. Ungewöhnlich klangschöne Arrangements mit natürlichem Klavierklang und großartig gespielte Gitarren verdichten zu fast kammermusikalischen Sounds. Selten, weil gut gemacht. So wie hier ging es irgendwie noch selten zusammen.

Anzahl:  
 

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